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ARNSHAUGK VERLAG
Weltwitzer Weg 8 · 07806 Neustadt an der Orla
Tel. 036481 / 279264 · ePost:

»Wir Deutschen fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt;
und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen läßt.«
(Otto von Bismarck)

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95930218 Chesterton, Rueckkehr des Don Quijote24.00 €
95930207 Bronnen, Roszbach18.00 €
94406402 Castun, Lindenblatt 3 Arbeitswelt14.00 €
94406458 Castun, Lindenblatt 5 Kindheit14.00 €
94406480 Bahn, Friedrich Hielscher22.00 €
95930201 Braeuninger, Bleiche Erinnerung18.00 €

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Andersen, Hans Christian: Märchen. Illustriert von Hugo Steiner-Prag. 2012. 144 S. 220 gr. ISBN 3-15-010878-0. Lw. 10,– €

Es gibt Geschichten, die begleiten einen ein Leben lang. Dem Zahn der Zeit trotzend werden sie nach wiederholter Lektüre an Kinder und Enkel weitergereicht, am liebsten in der Ausgabe, in der man die Geschichten selbst kennenlernte und die man vielleicht schon von Eltern oder Großeltern geschenkt bekam. Für solch generationenübergreifendes Vermittlungswerk präsentiert Reclam in kinderhand-beständiger Leinenausstattung eine Auswahl der schönsten Märchen von Hans Christian Andersen.
Die Zusammenstellung der Texte folgt einer zu Beginn des letzten Jahrhunderts als »Gerlachs Jugendbücherei« erschienenen Reihe. Ihre Bände im ungewöhnlichen, fast quadratischen Format zeichnen sich vor allem durch die Qualität ihrer Bilder aus, denn die (zum Teil farbigen) Illustrationen stammen von führenden Buchkünstlern des Jugendstils.

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Arnothy, Christine: Die Nacht des Lichts. Roman. 1998. 207 S. 440 gr. ISBN 3-426-66026-1. Gb. 8,– €

Jesus wird im Jahre 1999 von seinem Vater erneut zu der außer Rand und Band geratenen Menschheit geschickt. Er landet als Jean Lemessie in Paris - und wird dort erst einmal als illegaler Einwanderer beschimpft und verachtet. Doch Jean gibt nicht auf. Unermüdlich versucht er, seine Botschaft zu verkünden, doch wie schon einmal vor 2000 Jahren scheint er auch diesmal auf taube Ohren zu stoßen.

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Aw, Tash: Die Seidenmanufaktur „Zur schönen Harmonie”. 2007. 445 S. 305 gr. ISBN 3-499-24526-4. Kt. 12,90 €

Malaysia, 1940: Johnny Lim, Sohn armer chinesischer Einwanderer, hat sich zu einem erfolgreichen Kaufmann hochgearbeitet. Die Heirat mit der schönen und wohlhabenden Snow ermöglicht ihm auch gesellschaftlich den Sprung nach ganz oben. Unmittelbar vor dem Einmarsch der japanischen Armee unternimmt Johnny zusammen mit seiner Frau eine Schiffsreise. Mit dabei sind ein launischer Professor aus Japan, der Engländer Peter Wormwood, Liebhaber der schönen Dinge und Johnnys einziger Freund, und der angeberische Frederick Honey. Doch als das Schiff in einer stillen Tropennacht manövrierunfähig wird, kippt die Stimmung an Bord.

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Barnes, Jennifer Lynn: Golden. 2007. 270 S. 300 gr. ISBN 3-8270-5152-5. Gb. 6,80 €

Ihre seherische Gabe macht Lissy manchmal ganz schön zu schaffen, doch dann gilt es, einen Mord aufzuklären - Ein unheimlicher Jugendkrimi mit Gänsehaut- und Weltsichtsveränderungs-Garantie!Auf nichts hat Lissy James so wenig Lust wie auf Oklahoma. Squaredance und Kühe statt Strand und kalifornische Sonne. Schlimmer kann es nicht kommen, denkt sie nach dem Umzug ihrer Familie. Doch schlimmer geht immer. An ihrem ersten Schultag trifft sie Mr Kissler, ihren neuen Mathelehrer, den eine so unangenehme blass-schmutzige Farbe umgibt, dass sie es mit der Angst zu tun bekommt. Denn Lissy hat eine Gabe: Sie kann die Aura von Menschen sehen, und mit der Aura von Mr Kissler stimmt etwas nicht.

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Baumeister, Helmut: Von Franco-Spanien bis nach Flossenbürg. Roman über ein Zwangsarbeiter-Schicksal. 2014. 280 S. 440 gr. ISBN 3-87336-475-1. Kt. 16,80 €

Seit seiner Dissertation beschäftigt sich der Autor mit dem Spanischen Bürgerkrieg. Besonders tragisch empfindet er den Leidensweg der Spanienkämpfer, die nach der Niederlage der Republik als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt wurden und häufig in Konzentrationslagern ihr Leben verloren.
Hinzu kommt ein persönlicher Bezug zu diesem Thema. Wenige Tage vor Kriegsende führte einer der Todesmärsche aus dem Konzentrationslager Flossenbürg durch das Dorf, aus dem die Mutter des Autors stammt. Am nächsten Tag fand man 104 Leichen auf den Gemeindefluren – Opfer, die von der Wachmannschaft erschossen oder erschlagen wurden oder an Erschöpfung starben. Diese Ereignisse flossen in den Roman ein. Dass Zwangsarbeit, Konzentrationslager und Todesmärsche nicht in Vergessenheit geraten, ist dem Autor ein besonderes Anliegen.

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Bittl, Monika: Das Fossil. Roman. 2015. 336 S. 420 gr. ISBN 3-426-19976-9. Gb. 8,50 €*

Fünf Generationen, vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, vom bayrischen Dorf bis nach Berlin, fünf Lebensläufe, die bestimmt sind von einem spektakulären Fund: dem Abdruck eines Archaeopteryx. Für die Wissenschaft ist die Entdeckung des Fossils ein riesiger Erfolg. Für die fünf Familienmitglieder ist die Steinplatte mit dem einzigartigen Vogel jedoch Fluch und Segen zugleich. Denn jeder, der das Fossil zur eigenen Bereicherung einsetzen will, wird vom Schicksal bestraft …

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Bräuninger, Werner: Eine bleiche Erinnerung. Novelle. 2019. 175 S. 280 gr. ISBN 3-95930-201-0. Gb. 18,– €*

Thomas Mann ist als Schriftsteller gescheitert. Seitdem das Manuskript seines Romans „Buddenbrooks“ auf dem Postwege unwiederbringlich verlorenging, ist er heruntergekommen, lethargisch und unfähig zu jeder weiteren schöpferischen Tätigkeit. In Wien macht er die Bekanntschaft mit einem 20-jährigen Sonderling und angehenden Kunst- und Postkartenmaler aus Linz, dessen Willenskraft und Glaube an die eigene Sendung ihn immer wieder in Erstaunen setzen. Die eigentümliche Freundschaft zwischen Hofoper und Männerheim führt die beiden nach München-Schwabing und neue Verwicklungen.
Thomas Manns Abkehr von dem gemeinsamen Idol Richard Wagner leitet schließlich den Bruch ein, noch gravierender jedoch ist seine Hinwendung zu einer schönen Jüdin und der wohl glänzendsten Partie der Stadt. Aber der Kriegsausbruch im August 1914 verändert alles, noch einmal finden die Freunde zusammen, ehe sie in der Katastrophe enden, als hätten beide niemals existiert: eine bleiche Erinnerung, ein dunkles Gerücht.
Autoreninterview Rezension Rezension

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Bräuninger, Werner: Was wir lieben mußten. Roman. 2021. 243 S. 360 gr. ISBN 3-95930-241-X. Gb. 22,– €*

Dieser Roman ist ein positiver Gegenentwurf zu Michel Houellebecqs „Unterwerfung“, spielt in den Jahren 2024 und 2025 und führt die katastrophalen Tendenzen der Gegenwart zum Exzeß, ja zum Bürgerkrieg, der auch mit schweren Waffen geführt wird. Zwei Außenseitern, welche die allgemeine Not zu Quereinsteigern in die Politik macht, einem Deutschen und einem Ägypter, gelingt es, sowohl im Westen als auch in Afrika und im Orient den Gedanken der Remigration populär zu machen und eine enorme Rückwanderungswelle in Gang zu setzen. Der Autor verleiht dem kaum Vorstellbaren Plausibilität und zeigt in befreiender Weise, daß Geist und Menschlichkeit über die plumpe Faktizität einer verbrecherischen Politik triumphieren können. Ahnungsvoll und dystopisch, mutig und resignativ zugleich, ist das Werk in seiner eigentümlichen Prophetie eine faszinierende Melange aus Dichtung und Wahrheit und provoziert geradezu die Frage, in welchem Verhältnis zu unserer Realität es zu sehen ist.
Videovorstellung Rezension

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Brand, Christianna: Nanny Mathilda fährt ans Meer. 2008. 115 S. 200 gr. ISBN 3-8270-5058-8. Gb. 8,– €

Der dritte Band des Kinderbuchklassikers Nanny Matilda, den Emma Thompson als Eine zauberhafte Nanny zum Kino- und DVD-Highlight machte.Keiner kann die frechen Braun-Kinder bändigen. Selbst im Krankenhaus treiben sie nur Unfug. Also muss Nanny Matilda zurück! Mit ihrem Stock klopft sie auf den Boden - und plötzlich ist alles verändert. Zur Erholung fährt Nanny Matilda mit den Kindern ans Meer. Und wirkt dem nahenden Unheil mit ihrer ganz besonderen Magie entgegen.

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Bronnen, Arnolt: Roßbach. 2020. 143 S. 240 gr. ISBN 3-95930-207-X. Gb. 18,– €*

Dem Freikorpsführer Gerhard Roßbach hat Bronnen mit diesem Roman ein literarisches Denkmal gesetzt, ihn faszinierte der Unbeugsame, der in wechselnden Freund-Feind-Konstellationen jeder Demütigung wieder einen Triumph folgen ließ. Bertolt Brecht distanzierte sich daraufhin von dem früheren Freunde. Mit Roßbach verband Bronnen die Frontkämpfererfahrung, aber auch die Kenntnis homoerotischer Abgründe. Das Buch erschien 1930 im eher linken Ernst Rowohlt Verlag, ein weiterer Beleg für die Rechts-links-Überschneidungen in den Krisen der Weimarer Zeit. Der vereinsamt in der DDR gestorbene Bronnen wurde abwechselnd als Kommunist und Nazi beschimpft, dabei geriet der literarische Rang seiner Werke außer Blick, die durch Tiefe und Lebendigkeit bestechen.

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Bullcutter, D.: Global Dawn: Die Abtrünnigen. 2018. 244 S. 260 gr. ISBN 3-7469-2655-6. Kt. 11,99 €

Weltweite Friedensutopie ist das erstrebenswerteste Ziel der Menschheit... oder eher eine globale dystopische Zukunftsvision? Abweichler sind Zivilisationsverweigerer, Feinde, Abtrünnige. Mitten in Europa nimmt das globale “Friedensprojekt” Gestalt an. Die Normalisierung beginnt. Wer nicht mitspielt, der muss sich zwischen Bequemlichkeit und Freiheit entscheiden. Max, Pavel und ihre Familien wählen die Freiheit... und Freiheit bedeutet Widerstand!

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Bürger, Gottfried August: Fahrten und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen. Illustrationen von Franz Wacik. 2012. 140 S. 220 gr. ISBN 3-15-010762-8. Lw. 10,– €

Es gibt Geschichten, die begleiten einen ein Leben lang. Dem Zahn der Zeit trotzend werden sie nach wiederholter Lektüre an Kinder und Enkel weitergereicht, am liebsten in der Ausgabe, in der man die Geschichten selbst kennenlernte und die man vielleicht schon von Eltern oder Großeltern geschenkt bekam. Für solch generationenübergreifendes Vermittlungswerk präsentiert Reclam in kinderhand-beständiger Leinenausstattung die lustigsten Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen.
Die Zusammenstellung der Texte folgt einer zu Beginn des letzten Jahrhunderts als »Gerlachs Jugendbücherei« erschienenen Reihe. Ihre Bände im ungewöhnlichen, fast quadratischen Format zeichnen sich vor allem durch die Qualität ihrer Bilder aus, denn die (zum Teil farbigen) Illustrationen stammen von führenden Buchkünstlern des Jugendstils.

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Calonego, Bernadette: Nutze deine Feinde. Roman. 2005. 389 S. 420 gr. ISBN 3-8270-0623-6. Gb. 14,95 €

Josefa, Anfang dreißig, ist Eventmanagerin bei Loyn, einer exklusiven Lederwarenfirma in Zürich. Ihr Aufstieg in die obersten Etagen scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Doch dann setzt man ihr einen Mann von außen vor die Nase; ausgerechnet Schulmann, der sie vor ein paar Jahren sexuell belästigt hat. Josefa zieht die Konsequenzen und geht. Kurz darauf wird ihr Rivale ermordet. Und dann kommt auch ihr Chef ums Leben ... Parallel dazu ereignet sich eine Reihe mysteriöser Unfälle. Die Opfer: Manager der inzwischen Konkurs gegangenen Swixan AG. Könnte es sich bei der "Unfall"-Serie um einen Rachefeldzug von einem ihrer ehemaligen Mitarbeiter handeln? Und ist es tatsächlich Zufall, dass die tödlich Verunglückten alle im engen Kontakt zu Loyn standen?

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Castells, Ada: Ein Leben. Roman. 2007. 236 S. 341 gr. ISBN 3-8270-0740-2. Gb. 6,– €

Silvia, eine junge Frau aus Barcelona, träumt von einem Leben als berühmte Schriftstellerin. Doch stattdessen führt sie seit dem Tod ihres Vaters das Familienunternehmen, ein traditionsreiches Bekleidungsgeschäft. In ihrer Freizeit schreibt sie an einem biografischen Roman über Caspar David Friedrich, dessen Leben und Werk eine große Faszination auf sie ausüben. Dann verliebt sie sich in einen jungen Maler, der sie zu seiner Muse kürt, und mit einem Mal scheint sie dazuzugehören zur Welt der Künstler. Überwältigt von der Intensität dieser Beziehung, ist sie blind für die dunklen Seiten ihres Liebhabers.

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Chase, Clifford: Winkie. Roman. 2006. 253 S., Abb. 416 gr. ISBN 3-8270-0678-3. Gb. 12,– €

Irgendwann reicht es jedem Teddybären, selbst dem gutmütigsten. Eines Tages springt Winkie aus dem Fenster und wandert durch die weiten Wälder Amerikas. Doch gerade als der kleine Stoffbär die Vorzüge der Freiheit entdeckt, fällt er einer Gesellschaft zum Opfer, die durchsetzt ist von Angst und Paranoia: Mitten in der Nacht umstellen ihn bis zu den Zähnen bewaffnete FBI-Agenten. Winkie wird angeklagt als terroristischer Bombenattentäter. Mit seinem provokativen Roman entblößt Clifford Chase die Absurdität unserer Zeit und zeigt, wie es ist, in einer zunehmend barbarischen Welt Bär/Mensch zu sein.

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Chesterton, Gilbert Keith: Die Rückkehr des Don Quijote. Roman. Aus dem Englischen von Karin Matthes. Mit einem Essay von Valeriu Marcu. Lizenzausg. 2020. 360 S. 480 gr. ISBN 3-95930-218-5. Gb. 24,– €*

Es ist nicht verwunderlich, daß der an der Moderne leidende Fortschritts-Kritiker Chesterton einen Roman über Don Quijote schrieb. Schließlich steht diese Gestalt für den Aufstand romanhafter Vergangenheit gegen eine platte und würdelose Gegenwart. Zum ewigen Thema wurde Cervantes’ Roman, weil er den Leser immer wieder neu zweifeln läßt, ob er die ritterlichen Taten und das Reflektieren darüber als menschliche Größe oder als eitle Narretei einzuord­nen habe, und dies in einer Weise geschieht, daß die Episoden den Leser an eigene Erfahrungen solcher Doppelbödigkeit erinnern. Ein gelungenes Leben be­deutet vor diesem Hintergrund, die Spannung der Pole nicht zu verleugnen, sondern zu dulden, ein Unter­fangen, das der Humor ungemein erleichtert. Wenn von Konservativen gesagt wird, sie verlören be­ständig, so läßt sich dasselbe Fazit den Linken atte­stieren, dies unabhängig davon, ob sie sich im Alter zähmen oder radikalisieren. Wer freilich im Scheitern den Lebensinhalt sieht, kann zumindest in diesem Punkte nicht scheitern. Ans Scheitern läßt sich freilich nur glauben, wenn die Erlösung versprochen ist. Damit scheidet allein der Glaube den Frommen vom Narren, und weil der Glaube nicht immer stark ist, gibt es die Welt und – die Literatur.

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Clemens, Björn: Pascal Ormunait. Ein deutscher Justizroman. 2013. 372 S. 620 gr. ISBN 3-941094-07-6. Gb. 22,80 €*

Köln, im Jahr 2008: Ein alter Mann stirbt an den Folgen einer Mißhandlung durch jugendliche Intensivtäter mit Migrationshintergrund; auch sein Enkel, der Abiturient Pascal Ormunait, macht bald darauf Bekanntschaft mit der multikulturellen Wirklichkeit unserer Städte. Erst muß der schüchterne Jüngling aus behüteten Verhältnissen erleben, wie seine Freundin an der offensiv zur Schau gestellten Männlichkeit südländischer Jugendlicher mehr Gefallen findet als an seinem zurückhaltenden Wesen, dann wird er selbst von Mitgliedern einer türkischen Jugendgang brutal zusammengeschlagen. Seine Hoffnung auf eine gerechte Bestrafung der Täter wird enttäuscht. Er verliert das Vertrauen in die bundesrepublikanische Justiz, verstrickt sich – in dem verzweifelten Drang, sein Recht durchzusetzen – immer tiefer in ein Geflecht von idealistischer Wahrheitssuche und schuldhafter Selbstjustiz. Als er schließlich mit einem jungen Mann Freundschaft schließt, der in nationalen Kameradschaftskreisen verkehrt, wird er in der Schule und vor Gericht als Rechtsextremist abgestempelt und als Täter diffamiert. Er gerät in eine Abwärtsspirale, aus der es kaum noch ein Entrinnen gibt.
Netzseite des Titels Rezension Rezension Rezension Rezension Videovorstellung

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Collier, James Licoln: Der leere Spiegel. 2005. 190 S. 330 gr. ISBN 3-8270-5044-8. Gb. 7,– €

Lebendig und humorvoll erzählt James Lincoln Collier die packende Geschichte zweier Jungen, die sich - einer aus Fleisch und Blut, der andere ein Geist - in einem ungleichen Kampf gegenüberstehen.

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Crone, Marie-Luise: Die Lunte. Eine Geschichte für junge Leser aus den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts. 1997. 123 S., Zeittaf., Reg. 180 gr. ISBN 3-944064-95-X. Kt. 8,– €*

Hintergrund der Geschichte ist die in die Kriegswirrnisse geratene Stadt Limburg an der Lahn. Durchziehende Truppen, Plünderungen und Zwangsquartiersnahme gehörten zum Alltag der Menschen damals.

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Dale, Anna: Mary Undercover. 2007. 335 S. 350 gr. ISBN 3-8270-5224-6. Kt. 6,– €*

Die Abteilung P.S.S.S.T. des englischen Geheimdiensts steckt in großen Schwierigkeiten: Eine ihrer besten Agentinnen ist spurlos verschwunden. Der Geheimdienstchef beschließt, seine Taktik zu ändern. Jemand, der absolut unverdächtig ist, muss den Fall aufklären - am besten ein Kind. Bei ihrer Suche stoßen die Spione auf Mary und erkennen sofort, dass sie ein Naturtalent ist.

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Eliade, Mircea: Der besessene Bibliothekar. Roman. Übersetzt von Richard Reschika. 1998. 357 S. 201 gr. ISBN 3-518-39328-6. Kt. 9,90 €*

Der Bibliothekar Cesare lebt zurückgezogen, ganz auf die Entschlüsselung griechischer Handschriften aus dem Mittelalter konzentriert. Eines Nachts, als er in der Bibliothek arbeitet, bricht dort ein Brand aus. Wie aus dem Nichts tauchen aus den Rauchschwaden zwei halbnackte Männer und eine Frau auf. Es besteht größte Gefahr, denn alle Ausgänge sind verschlossen. Cesare, der Zögerliche, muß handeln. Er wird zum Lebensretter, zum Helden wider Willen. Fortan verfolgt er nur ein Ziel: die Enträtselung der mysteriösen Ereignisse in der Brandnacht.

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Fechter, Konstantin: OberOst. Roman. 2020. 207 S. 360 gr. ISBN 3-95930-234-7. Gb. 18,– €*

1919, die Freikorps in Kurland zwischen Rotarmisten, lettischen Nationalisten und einer Reichsregierung, die sie ausbürgert. Ein Rittmeister reist mit Berliner Geheimauftrag und soll einen eigenmächtigen Hauptmann aufspüren, der allgemein »Mitras« genannt wird. Gerüchte besagen, er würde nicht nur über eine Kompanie von Abtrünnigen, sondern die Zeit selbst herrschen. Auf seinem Weg trifft der Rittmeister historische Figuren wie Ernst von Salomon oder den russischen Revolutionär Boris Sawinkow. Doch je weiter der Rittmeister in das vom Terror des Bürgerkrieges gezeichnete Land vordringt, desto mehr gerät dieser Auftrag zu einem Vorstoß ins Herz der Finsternis. Jeder Tag, jede Begegnung nimmt dem Rittmeister mehr von dem, was ihm als Mensch und preußischem Offizier eigen war. Wohin führt sein Befehl, in einer Welt, die vom Grauen regiert wird?
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Flögel, Birgeitt: Sebastian und Phillip. Zwei ungleiche Freunde und ihre Abenteuer. 2011. 193 S. 200 gr. ISBN 3-87336-382-8. Kt. 8,95 €

Sebastian ist der King in seiner Klasse. Die Jungen folgen ihm, wie ein Indianerstamm seinem Häuptling. Eines Morgens bringt Frau Sydow einen neuen Schüler in die Klasse. Dieser Phillip sieht wie ein Weichei aus. Sebastian will ihm gleich zeigen, wer hier der Boss ist und seine Jungs sollen auch ihren Spaß dabei haben. Aber Sebastian erlebt eine böse Überraschung. Eine Nacht lang glaubt er, seine Anführerzeit wäre vorbei. Doch Phillip hat andere Pläne. Er bietet Sebastian die Freundschaft an. Obwohl Sebastian nicht versteht, warum Phillip so viele Hobbys haben muss, gerne liest und sogar Mädchen in Schutz nimmt, wächst ihre Freundschaft, während sie von einem Abenteuer in das nächste geraten.

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Frankel, Laurie: Der Algorithmus der Liebe. Roman. 2013. 416 S. 560 gr. ISBN 3-453-26836-9. Kt. 14,95 €

Mithilfe eines Computers hat Sam seine Traumfrau Meredith gefunden. Als deren Oma Livvie stirbt, versucht er sie zu trösten: Er lässt seinen Rechner aus alten E-Mails von Livvie eine neue Nachricht generieren, wie die Oma sie geschrieben haben könnte. Meredith ist begeistert! Sie will weiter mit ihrer virtuellen Livvie kommunizieren. Und sie will anderen ebenfalls die Möglichkeit bieten, auf diese Weise mit ihren geliebten Verstorbenen in Kontakt zu bleiben. Doch damit beginnen die Probleme. Und auch die tiefe Liebe zwischen Sam und Meredith steht bald vor einer gigantischen Prüfung.

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Funk, Claus: Das Lied der Bäume. Roman nach Tatsachen. 2013. 292 S. 350 gr. ISBN 3-87336-479-4. Kt. 16,90 €

Ein Roman, nach einer wahren Begebenheit in der Zeit des Dritten Reiches geschrieben. Durch viele und lange Gespräche mit Zeitzeugen, welche die im Roman handelnden Personen selbst gekannt haben, wurde versucht, ein Bild der im Roman vorkommenden Hauptpersonen und die Geschehnisse dieser Zeit aufzuzeichnen. Es enstand eine rührende Liebesgeschichte im Spiegel dieser Zeit.

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Gagern, Friedrich von: Ein Volk. Roman. 1963. 532 S. 680 gr. Bestell-No. 18003617. Kt. 16,– €*

Der Roman schildert die Lebensgeschichte des Hajduken Marko Ulbranitsch vor der Kulisse seiner Heimatregion in Nordkroatien. Der Autor zeichnet keine Idylle, obwohl ihm die sittsamen Bauern, Ortsgebräuche und folkloristische Fröhlichkeit wichtig sind. Er schildert sehr genau die politischen und gesellschaftlichen Komponenten, die zum Hajdukentum geführt und es möglich gemacht haben. Das Versagen des habsburgischen Systems im Zusammenprall mit dem depravierten Volk wird deutlich wie die Formen des Aufbegehrens. Das Volk ist in Gagerns Blick naturverbunden, gesund und fromm, doch einer ständigen zentrifugalen Einwirkung fremder Machtinteressen ausgesetzt. Dies erzeugt eine dauerhafte Krisenstimmung, die aber duch Lebensfreude und Frömmigkeit beseelt wird.

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Gottschalk, Hendrik: Doppelhochzeit im Médoc. Roman. 2019. 186 S. 260 gr. ISBN 3-95930-205-3. Gb. 18,– €*

Zwei Deutsche finden ihre große Liebe im ländlichen Frankreich. Beide wollten immer eine ganz normale Familie, wie ihre Eltern sie in der DDR hatten. Warum gelang es ihnen nicht in der Heimat? Das Buch zeigt in stiller und beharrlicher Weise, daß Glück und Weltverbesserei einander ausschließen und es immernoch Inseln gibt, wo, was immer galt, selbstverständlich ist. Wo die Alten und Sterbenden nicht abgeschoben werden, wo auch ein ungewolltes Kind ein Gottesgeschenk ist, und auch die Religion kein Gutmenschen-Eifern. Ein Blick aus dem Ausland auf das deutsche Elend, aber auch ein glaubwürdiges Zeugnis der Überwindbarkeit des Elends für den einzelnen, der noch nicht verlernt hat, auf sein Herz zu hören.

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Grand, David: Louse. Roman. 2002. 303 S. 350 gr. ISBN 3-8333-0220-8. Kt. 5,– €*

Vor dem realen Hintergrund der mysteriösen letzten Lebensjahre des amerikanischen Multimilliardärs Howard Hughes, entwirft Grand eine sarkastische Persiflage auf die Corporate-Identity-Kultur heutiger Unternehmen.
Im Penthouse eines Casinos hat sich der exzentrische Tycoon Horatio Blackwell ein isoliertes Reich geschaffen. Hermann Q. Louse, Blackwells medizinischer Betreuer, ist Teil des durch und durch kontrollierten Apparates, den diese Zufluchtsstadt G. darstellt. Als er einer Verschwörung auf die Spur kommt, steht Louse vor der Entscheidung zwischen Loyalität oder Ausbruch aus dem System.

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Grimm, Brüder : Märchen. Illustrationen von Ignaz Taschner. 2012. 104 S. 180 gr. ISBN 3-15-010763-6. Lw. 10,– €

Es gibt Geschichten, die begleiten einen ein Leben lang. Dem Zahn der Zeit trotzend werden sie nach wiederholter Lektüre an Kinder und Enkel weitergereicht, am liebsten in der Ausgabe, in der man die Geschichten selbst kennenlernte und die man vielleicht schon von Eltern oder Großeltern geschenkt bekam. Für solch generationenübergreifendes Vermittlungswerk präsentiert Reclam in kinderhand-beständiger Leinenausstattung eine Auswahl der schönsten Märchen der Brüder Grimm.
Die Zusammenstellung der Texte folgt einer zu Beginn des letzten Jahrhunderts als »Gerlachs Jugendbücherei« erschienenen Reihe. Ihre Bände im ungewöhnlichen, fast quadratischen Format zeichnen sich vor allem durch die Qualität ihrer Bilder aus, denn die (zum Teil farbigen) Illustrationen stammen von führenden Buchkünstlern des Jugendstils.

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Haslhofer, Jurek: Aus Staatsräson und anderen Gründen. Roman. 2018. 479 S. 650 gr. ISBN 3-944064-81-X. Gb. 26,– €*

»Durch diese neue Stellung hat unser Freund natürlich sehr viel an Einflußmöglichkeiten gewonnen«, fuhr Dobrowolni fort. »Es wird ihm ein leichtes sein, mittels des altbewährten österreichischen Instruments der Intervention seine Leute bei anderen wichtigen staatlichen und halbstaatlichen Einrichtungen wie Bundesrechenzentrum, Postsparkasse, Finanz- und Innenministerium unterzubringen. Der Angriff auf die Banken ist vorläufig abgeblasen, jetzt höhlen wir den Staat von innen aus, nehmen seine Computersysteme in Beschlag, was ohnehin einen weit sympathischeren Ansatz darstellt.«

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Haslhofer, Jurek: Die Chroniken des Ministerialrates Wendelin P. Roman. 2021. 389 S. 600 gr. ISBN 3-95930-226-6. Gb. 28,– €*

Den nicht zuletzt durch seine exzessive Lebensführung frühzeitig gealterten Ministerialrat Wendelin P. wird man weder als verläßlichen Chronisten noch als typischen Zeitgenossen bezeichnen können. Immerhin weiß er Erstaunliches mitzuteilen, etwa, wie das bekannt heimtückische Corona-Virus auch den Umsturzplänen seines Freundes, des Berufsrevolutionärs im Staatsdienst, Drzewiecki in die Quere gekommen ist. Die gute Nachricht für den Leser: Der Durchbruch im Kampf gegen den Kapitalismus ist durch die Krise des Jahres 2020 nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben worden! Darüberhinaus gibt es ein Wiedersehen mit etlichen Alptraumfiguren aus den »Tanten des Adjutanten« und der »Staatsraison«, wie etwa den streitbaren und sündhaften Pater Krispin, ob dessen triebhafter Aktivitäten gleichwohl so manches zeitgeistig-exaltiertes Dämchen zurück auf den rechten Weg des Glaubens gebracht wird. Die etwas dämonische Kraft des Ministerialrats wird schließlich einem seiner Leser, dem jungen Gottlieb Matzeneder, beinahe zum Verhängnis, der nicht in der Lage zu sein scheint, Dichtung und Wahrheit auseinanderzuhalten, überdies zu spät bemerkt, wie sehr sich sein eigenes Leben in diese Texte verstrickt, und der gegen Ende zu auf höchst gefährliche Abwege gerät.

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Haslhofer, Jurek: Die Tanten des Adjutanten. Oder der gescheiterte Wiederaufbau des Palais de Saxe zu Dresden. Roman. 2017. 400 S. 600 gr. ISBN 3-944064-91-7. Gb. 24,– €*

Auch ein Systemkonformist wie der Wiener Staatsanwalt Franz Lechner ist zuweilen nicht gegen die Erfahrung gefeit, daß Übereifrigkeit schadet. Der Fall des auf rätselhafte Weise ums Leben gekommenen sozialistischen Apparatschiks Martin Manninger artet schlußendlich zu einer kohlpechrabenschwarzen Tour de Farce aus, die Lechner gar aus der Bahn zu werfen droht.
»Es war Manninger, der erstmals im Nationalratswahlkampf 2008 und sodann im Wiener Wahlkampf 2010 die Devise ausgab, daß sich die Partei vermehrt um Stimmen türkischstämmiger Mitbürger bemühen müsse. Damit nicht genug, fordert er, daß die Partei ein Versiegen der Einwanderung aus der Türkei und anderen islamischen Staaten niemals zulassen dürfe, zumal nur auf diesem Wege ein verläßliches Wählerpotential der Zukunft gewährleistet werden könne. 2011 hat er in einer parteiinternen Aussendung beklagt, daß Wien verglichen mit anderen europäischen Metropolen noch viel zu ›weiß‹ sei, was er auf die kryptofaschistische Gesinnung weiter Bevölkerungskreise zurückführte. Den Vogel schoß er im April 2012 ab, als er in einem Interview mit der Wochenzeitung ›Roter Schmetterling‹ erklärte: Wir sollten uns die Tschechoslowakei des Jahres 1945 zum Vorbild nehmen, die bekanntlich alle nazistisch-völkischen Bevölkerungsteile des Landes verwiesen hat.«
Nur für wahrhaft unerschrockene Leser, die weder Tod und Teufel noch die Einwanderungspolitik Angela Merkels beziehungsweise ihrer österreichischen Kofferträger fürchten.
Autoreninterview Rezension

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Haslhofer, Jurek: Eine thrakische Rhapsodie. Roman. 2019. 221 S. 200 gr. ISBN 3-95930-206-1. Gb. 22,– €*

Sommer 2016. Während in Merkel-Deutschland exaltierte junge Damen arabische Versorgungssuchende mit Teddy­bären beglücken, versuchen sich in den Rhodopen private Freischärlertrupps gegen den „Flüchtlingsstrom“ zu stem­men. Im Erholungsheim des bulgarischen Komponistenver­bandes wird diese Eigeninitiative unter den führenden Musikern des Landes kontrovers diskutiert – anders als bei uns sind in den Balkanstaaten nicht alle progressiven Künstler verbissene Gutmenschen. Schließlich gerät ausgerechnet eine junge Engländerin, die etwas täppische Geliebte eines im Westen prominenten Komponisten zwischen die Frontlinien.
Der Erzähler läßt Menschen mit höchst verschiedenen Anschauungen hart aufeinander­prallen. Vor seinem Sarkasmus, mitunter grob und direkt, mitunter subtil doppelbödig, bleibt (fast) nichts gefeit, schon gar nicht allzu naives rechtes Rabaukentum. Wenn es eine Moral von der Geschicht’ geben sollte, dann diese: Es steht nicht besonders gut um unsere europäische Kultur und ihre Träger, aber es ist noch nicht ganz aller Tage Abend.
Rezension

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Hatero, Josan: Dein Anteil daran. Erzählungen. 2005. 122 A. 152 gr. ISBN 3-8031-2526-X. Kt. 8,– €

Wie lebt und liebt es sich im modernen Spanien, in einer Gesellschaft, in der die alten Regeln als Richtschnur des Miteinanders ausgedient haben?

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Hennig, Sebastian (Hg.): Von eytel Raub und Strauchdieberey. Ein Schelmengeständnis. 2017. 158 S. 250 gr. ISBN 3-944064-74-7. Gb. 18,– €*

Chemnitz in den Neunzigern. Bittere Not für die einen, Goldgräberstimmung für die anderen. Das Werk von Generationen wird verzockt, und zum Zug scheint zu kommen, wer dreist genug ist. Für Heranwachsende ist die Autorität zerbrochen und keine neue in Sicht. Wer mit besserer Ortskenntnis verfolgende Polizeiautos erfolgreich abhängt, verliert den letzten Respekt vor der Ordnung. Den Triumph auf der Straße verlacht aber die magere Barschaft, und Leergutklau ist auf Dauer unergiebig. Da hilft nur noch ein Banküberfall! Spätestens hier erweist sich, daß wir es nicht mit abgebrühten Ganoven, sondern mit Kindsköpfen zu tun haben. Die Härte der Buße wird nicht verschwiegen. Überhaupt zeigt die charmante Räuberpistole Glanz und Dürftigkeit der Jugend auf unsentimentale Weise und setzt dem »Wilden Osten« ein ganz eigenes Denkmal.
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Huxley, Aldous / Isherwood, Christopher: Jakob der Heiler. Eine Originaldrehbuchvorlage. 1998. 127 S. 248 gr. ISBN 3-550-08268-1. Lw. 8,– €*

Nach fünfzig Jahren wurde es wiederentdeckt – durch die Schauspielerin Sharon Stone: ein kleines hinreißendes Meisterwerk. Es erzählt die Geschichte eines armen Farmarbeiters, der mit magischen Kräften begabt ist und der den Gefahren entrinnen muß, die ihm und seiner Liebe in einer Welt der Hagier drohen.

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Irmscher, Claus / Rein, Gisela: Abenteuer Erfurt. Die Erlebnisse zweier 50-Jähriger zwischen Lebenskampf und Glückssuche nach der friedlichen Revolution. 2011. 576 S. 500 gr. ISBN 3-941892-03-7. Gb. 10,– €*

Der Roman handelt von den großen Schwierigkeiten und kleinen Erfolgen eines ostdeutschen Paares, das sich mit über 50 gefunden hat und versucht, sich nach früherem jeweils privatem Zerwürfnis und beruflicher Sicherheit nunmehr in gelungener Beziehung jedoch beruflicher Unsicherheit zu behaupten, was letztlich nur durch Frührente mit grüner Alternative gelingt, um sich künftig künstlerisch bestätigen zu können.
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Irwin, Robert: Die Welt von Tausendundeiner Nacht. 2004. 464 S. 243 gr. ISBN 3-458-34744-5. Kt. 11,80 €

Die Geschichten von Ali Baba, Sindbad und von Scheherezade sind zu Synonymen für fesselnde Fabulierkunst, zauberhafte Märchenphantasien und farbige Exotik geworden. Robert Irwins Die Welt von Tausendundeine Nacht hilft, sich im Labyrinth dieses faszinierenden Werks orientalischer Phantasie zurechtzufinden. Irwin gibt Einblicke in die zahlreichen verwandten Geschichten vieler Völker und Kulturen und zeichnet die Entwicklung dieser Geschichten nach, die bis heute europäische und amerikanische Erzähler inspirieren. - Das Handbuch auf dem Weg zu den geheimnisvollen Schätzen orientalischer Dichtkunst.

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Kadelbach, Ulrich: Entwegt durch die Sahara mit Valentin Cless. Tübingen contra Rom. Historischer Roman. 2013. 176 S. 220 gr. ISBN 3-87336-443-3. Kt. 15,90 €

Ein Tübinger Student namens Valentin Cless wird 1583 über Spanien und Marokko, quer durch die Wüste Sahara, nach Äthiopien gesandt. Er soll unter weiträumiger Umgehung von Rom und dem Papst, Verbindung mit den dortigen Christen aufnehmen, um eine reformatorische Allianz zu schmieden. Ausgeheckt haben diesen Plan zwei Tübinger Professoren, Andreä und Crusius. Ulrich Kadelbach fand im Nachlass von Crusius wichtige Hinweise über die Reise. Auf dieser Grundlage zeichnet er ein Bild des damaligen Württemberg und der politischen Lage des Herzogtums, die von den konfessionellen Gegensätzen im Reich gekennzeichnet war. Als Kenner des Orients gelingt es ihm, sich spannend und humorvoll, in die Person des durch die Sahara reisenden Cless zu versetzen. Eine Überraschung ist der Leserschaft sicher.

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Kafka, Franz: Erzählungen 1908-1924. 1995. 294 S. 460 gr. ISBN 3-88042-719-4. Gb. 15,– €

Diese Ausgabe enthält die zwischen 1908 und 1924 im Druck erschienenen literarischen Texte Kafkas, nämlich die Erzählungen der Sammelbände "Betrachtung", "Ein Landarzt" und "Ein Hungerkünstler", die selbständigen Erzählungen "Der Heizer", "Das Urteil", "Die Verwandlung" und "In der Strafkolonie" sowie die kleineren Texte, die Franz Kafka (1883-1924) in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht hat.

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Katsouros, Nikolaos: Der Fall des Sozialpädagogen Bernward Thiele. Roman. 2015. 266 S. 360 gr. ISBN 3-944064-29-1. Gb. 22,– €*

Erzählt wird ein Tag des Protagonisten, der bei der Jugendhilfe des Landkreises tätig ist. Er lebt im Bewußtsein, Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Willkür, insbesondere aber vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Dabei bleibt er blind für seine eigenen Handlungen und stellt sie nie in Frage. Das erstarrte, sich in Floskeln ausdrückende Gedankengut, Monotonie und die Etikette seiner Umwelt haben ihn seit langem im Griff. Seine dominante und lustfeindliche Ehefrau Karin beherrscht die Familie, und treibt den Mann zu Ersatzhandlungen einer nicht existierenden Unabhängigkeit und Männlichkeit. In einer leicht depressiven Ausgangsstimmung bemerkt der Protagonist nicht, wie sich seine eigene Kleinfamilie zum hoffnungslosesten seiner Fälle entwickelt. Die Thieles meinen, auf der richtigen Seite zu stehen und rechtfertigen alles mit hohen ökologischen und gesellschaftlichen Zielen. Dabei ignorieren sie das Leid und die Hilferufe ihres Sohnes, dessen Kritik und Widerstand gegen die Dogmen der Eltern sie brutal brechen.
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Katsouros, Nikolaos: Der Kristall. Schwimmstunde. Romane. 2015. 228 S. 300 gr. ISBN 3-944064-30-5. Gb. 22,– €*

Der Kristall - das ist zum einen ein Glaspalast in Hamburg, von dem aus eine elitäre Emanzenclique die Puppen tanzen läßt. Zum anderen ist er das Kompositionsprinzip einer Literatur, in der durch Rekursionen die Figuren über den Autor herrschen, der als Zauberlehrling vor den gerufenen Geistern verzagt. In einem atemberaubenden Kräftemessen lassen den Protagonisten drei Dinge über den Kristall triumphieren: seine eigne Integrität, die Mitfühlen mit Geistesschärfe und körperlicher Verteidiungsbereitschaft verbindet, der weibliche Instinkt und die unbedingte Liebe seiner Frau, die das Netz der Blendung zerreißt, und die Selbstreflexion, die sich in seiner Romanfigur ausdrückt. Man könnte diese Dreiheit auch Adam, Eva und die Schlange im Paradies nennen. Der Autor kann nur Autor bleiben, wenn er den Glaspalast zwar zerstört, aber die Versuchung, die zu diesem Schrecken geführt hat, in letzter Konsequenz rettet.
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Kipling, Rudyard: Die Gespenster-Rikscha und andere unheimliche Geschichten. 2004. 304 S. 350 gr. ISBN 3-458-34805-0. Kt. 7,– €

So unheimlich wie Kiplings Talent sind auch die im vorliegenden Band versammelten Geschichten, die in der Zeit zwischen 1884 und 1932 entstanden sind.

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Koestler, Arthur: Ein Mann springt in die Tiefe. 1981. 247 S. 400 gr. ISBN 3-203-50763-3. Gb. 13,80 €

Dieser Roman, 1943 in London erstveröffentlicht (zwei Jahre später deutsch in Zürich), fällt die Phase nach der Abkehr vom Kommunismus und der Freundschaft mit George Orwell. Der Autor, zunächst viel gedruckt und gelesen, geriet nach seinem Werk »Der dreizehnte Stamm« (1976), das ihn in Widerspruch zum herrschenden Philosemitismus brachte, zunehmend in Vergessenheit.

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Kordon, Klaus: Joss oder Der Preis der Freiheit. Historischer Abenteuerroman. 2014. 378 S. 600 gr. ISBN 3-407-81180-2. Gb. 10,– €

Joss kam als Findelkind nach Siebeneichen, wo ihn Vater Mewes und Mutter Marie an Sohnes statt aufgenommen haben. Napoleonische Truppen haben das Haus seiner Familie angesteckt, nur er hat überlebt. Fasziniert schließt er sich mit 16 den Lützower Jägern an, einem Freikorps, das Anschläge gegen die französischen Besatzungstruppen ausführt. Doch gleich bei seiner ersten Schlacht lernt Joss das wahre Gesicht des Krieges kennen, und er ahnt, dass Freiheit nur dann etwas wert ist, wenn man sie für das nutzt, was wirklich zählt. Joss und sein schwer verletzter Freund Thies müssen fliehen und werden von der Magd Gundel in einer Scheune versteckt. Als sie verraten werden, müssen sie erneut fliehen: Im Oktober 1813 sammeln sich um Leipzig Truppen zur bis dahin größten Schlacht der Weltgeschichte - sobald der Tyrann vertrieben ist, will Joss nach Siebeneichen zurückkehren, wo Maicke, das Mädchen, das er nie vergessen hat, hoffentlich noch auf ihn wartet.

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Kunkel, Thor: Subs. Roman. 2018. 448 S. 860 gr. ISBN 3-944872-74-6. Gb. 19,90 €

Wohl situiert und frei von allen Sorgen leben die Rechtsanwältin Evelyn und ihr Mann Claus, ein Schönheitschirurg, in einer Villa im Grunewald. Ihr privilegierter Alltag nimmt jedoch eine neue Wendung, als die polnische Haushaltshilfe spurlos verschwindet. Auf Claus ironisch-anzügliche Stellenanzeige melden sich nicht nur überqualifizierte Akademiker, sondern auch Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge, die sich dem Ehepaar tatsächlich als Sklaven anbieten. Sie sind die »Subs«, moderne Leibeigene, Haushaltsklaven vom Balkan, die ihren Herren vollständig untergeben sind. Die Unterwerfung erfolgt aus freien Stücken, denn die modernen Sklaven ziehen das Leben im luxuriösen Umfeld der staatlichen Fürsorge vor. Mit der ständigen Dienstbereitschaft der Untergebenen steigen auch die Ansprüche ihrer Herren. In der hedonistischen »Gated Community« der Hauptstadt ist erlaubt, was man sich leisten kann. Doch als für den Bau eines Schwimmbads im Garten der Villa ein Heer von illegalen Arbeitskräften angeheuert wird, verwandelt sich das Grundstück in ein Flüchtlingscamp. Es kommt es zu Konflikten in der »Solidargemeinschaft nach römischem Vorbild«.

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Kurtagic, Alex: Mister. Roman. Aus dem Englischen von Christine Mey. Vorwort von Tomislav Sunic. 2016. 527 S. 630 gr. ISBN 3-944064-73-9. Gb. 28,– €*

Ein statusbewußter IT-Berater reist für eine Woche nach Madrid zu Geschäftsterminen mit der Firma Scoptic, um ein mit künstlicher Intelligenz ausgestattetes Buchhaltungssystem zu installieren. Als anerkannter Wissenschaftler erwartet er seriöse Geschäfte mit einer seriösen Organisation. Aber ihn erwartet eine überbevölkerte Welt mit Wüstenklima und Wassermangel, Hyperinflation, bröckelnder Infrastruktur, multikultureller Kriminalität, Korruption auf allen Ebenen und eine globalistische Regierung, die jeden Aspekt im Leben eines Menschen zu regulieren und zu besteuern sucht.
In seinem ersten Roman präsentiert Kurtagic eine düstere und sarkastische Beschreibung der alltäglichen Auswirkungen des Lebens in einer Welt, in der sich die gegenwärtigen gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen und demographischen Tendenzen ungehindert fortsetzen konnten. Der Roman ist voll von verschleierten Informationen und okkulten Bezügen und zeigt in akribisch ausgeführten Szenen und bizarrer Logik, wie Gesetzestreue zum Alptraum wird.

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Köhler, Horst: Du alte Stadt. Eine mitteldeutsche Trilogie. 2015. 432 S. 480 gr. ISBN 3-944064-14-3. Lw. 24,– €*

Nachdem Krieg und langjährige Kriegsgefangenschaft den Autor der Vaterstadt für immer entrissen, hat er schließlich ein zweites Zuhause gefunden, das seinem nach innen gewandten Wesen am ehesten entsprach. Nolens-volens durch die Verhältnisse der Zeit im kaufmännischen Beruf untergekommen, blieb er dennoch stets der schriftstellerischen Arbeit verschrieben und ist über die Jahre durch etliche Publikationen bekannt geworden.
So hat der seiner Heimat innig verbundene Nordhäuser seine umfangreichen Erinnerungen – angefangen von der Kindheit über die Schülerzeit bis hin zum Mannesalter – in prosaischen Miniaturen und längeren Erzählungen liebevoll aufbewahrt und seiner Vaterstadt bei zahlreichen Lesungen zum literarischen Geschenk gemacht.
Die Gesamtausgabe vereint die Erzählbände: Die Glocken vom Petri-Kirchturm - Miniaturen aus einer alten Stadt, Laterna Magica - Nordhäuser Plaudereien zur Dämmerstunde und Sonnenstaub und Wolkenschatten - Erzählungen aus einer anderen Zeit.

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Landero, Luis: Der Zauberlehrling. Roman. 2004. 571 S. 700 gr. ISBN 3-8270-0073-4. Gb. 16,– €

Freiwillig-unfreiwilliger Anführer des Ganzen ist der Prokurist Matías Moro, ein alternder Junggeselle, der unbestreitbar Familienähnlichkeiten zu seinem berühmten Landsmann Don Quijote aufweist. Matías hat durch eine Verkettung merkwürdiger Umstände die Bekanntschaft einer sehr viel jüngeren, dem Mädchenalter eben erst entwachsenen Frau gemacht. Für Matías soll die Firmengründung vor allem dem Zweck dienen, sein schlechtes Gewissen zu besänftigen, fürchtet er doch, bei der in dürftigsten Verhältnissen lebenden Martina und ihrer Familie falsche Hoffnungen geweckt zu haben. Wo Matías, nicht bloß des Altersunterschieds wegen, eine gemeinsame Zukunft mit Martina sich nicht einmal vorzustellen wagt, möchte er ihr wenigstens zu einem menschenwürdigen Arbeitsplatz verhelfen – ihr und möglichst vielen ihrer ebenso unterprivilegierten Freunde und Bekannten. Um auf diese Weise selbst lieber heute als morgen sein geliebtes, wenn auch eintöniges Junggesellenleben wieder aufnehmen zu können. Zu Matías’ Entsetzen greifen seine nicht weniger verschroben-eigenbrötlerischen Kollegen den Plan mit wachsender Begeisterung auf. Bald schon stürzen sie sich jeden Tag nach Büroschluss alle zusammen wie im Rausch auf die große Aufgabe, die ihnen die Erfüllung ihrer geheimsten Wünsche zu versprechen scheint. Und in den besten Momenten erheben sich ihre Träume von Effizienz, Marketing und Branchenführerschaft so hoch über den harten Boden der Alltagswirklichkeit wie manche Sequenzen aus den Filmen des großen Zauberers Federico Fellini.

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Lange, Horst: Schwarze Weide. Roman. 2007. 434 S. 644 gr. ISBN 3-926370-95-5. Gb. 24,– €*

Der schlesische Dichter Horst Lange (1904-1971) gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter der inneren Emigration. Sein Hauptwerk schildert das Verhängnis zweier Ortschaften und ihrer Bewohner in dichter Verknüpfung mit der sumpfigen Landschaft der Region um Liegnitz. Im Stil eines magischen Realismus entsteht das Bild einer apokalyptischen Zeit, die friedlose Unersättlichkeit des Menschen spiegelt sich in einer harmonischen, dem Leben und Sterben gegenüber aber gleichgültigen Natur.
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M., C.: Ruhrkent. Roman. 2. korr. Aufl. 2020. 224 S. 380 gr. ISBN 3-95930-211-8. Gb. 22,– €*

Der Held des Romans ist ein naiver bürgerlicher Mitläufer, der im hohem Alter als Bewohner eines islamischen Staatswesens im heutigen NRW erkennt, daß er über Jahrzehnte durch die eigene politische Führung belogen wurde, daß er sein ganzes Leben an eine geschickt propagierte Illusion eines multikulturalistischen Miteinanders geglaubt hat, die nie Wirklichkeit wurde. Ausgelöst durch einen Unfall, wird er zum Rebell und stellt sich nun gegen das Gesetz. Er wird angeklagt und kommt vor Gericht. In zahlreichen Rückblenden werden die gern verschwiegenen Kernfragen des Projekts „Bunte Republik“ thematisiert. Die Neuauflage des Erfolgsbuches wurde leserfreundlich in großer Schrift gesetzt, korrigiert und mit festem Einband versehen.

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Magiera, Katharina: Freiheit für Persephone. Eine Tragödie oder Literarisches Gelbwesten-Manifest. 2019. 216 S. 300 gr. ISBN 3-95930-204-5. Gb. 22,– €*

Auf den Elysischen Gefilden von Kronos City herrscht die alternativlose Matriarchin Medea, die alle Männer getötet und das Menschsein verboten hat. Durch Medeas Machtergreifung erlitt die vom Letzten Menschen erschaffene Künstliche Intelligenz Persephone diverse Fehlfunktionen. Ihr Bewußtsein wurde aufgespalten in das Lernprogramm Kora und den Kampfmodus Nemesis, und ihr sorgfältig programmierter Gehorsam gerät in Konflikt mit Medeas Schreckensherrschaft. Die Geschichte eines Widerstands beginnt.
Die Romanfigur Medea symbolisiert das von Margaret Thatcher konstruierte Gedankengebäude der »TINA«- Demokratie, There Is No Alternative, wie sie heute von Macron, Merkel und May in untertänigster Weise und mit geradezu religiöser Inbrunst praktiziert wird.
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Maraini, Dacia: Nachforschungen über Emma B. 1996. 233 S. 322 gr. ISBN 3-492-03872-7. Gb. 19,90 €*

Sie ist schön und ehebrecherisch, verträumt und verschwenderisch, launisch und leidenschaftlich - und hat eine Schwäche für schwülstige Romane. Bei Generationen von Lesern löst sie bis heute ebenso heftige Anteilnahme wie Ablehnung aus: Emma Bovary, die romantische Liebhaberin und lieblose Ehefrau, die kaltherzige Rabenmutter und verzweifelte Selbstmörderin, die ihren Schöpfer Flaubert die fünf quälendsten Jahre seines Lebens kostete - und ihn zu einem der berühmtesten Romanciers der Weltliteratur machte. Dacia Maraini betrachtet seinen faszinierenden Roman in einem ganz neuen Licht: Für sie ist Emma nicht nur eine der ersten emanzipierten Frauen der Literaturgeschichte - die erste, die ihre Sehnsucht nach großen Gefühlen auslebt -, sondern vor allem ein Opfer. Opfer des Mannes, der mit ihrem schwierigen Charakter so lange gerungen hat, der sich mit ihr identifiziert und sie karakiert und bloßgestellt hat: Flaubert selbst. Mit analytischem Scharfsinn und ihrer gewohnten Klarheit zeigt Dacia Maraini anhand von eindrucksvollen Briefzitaten, daß die Verachtung, mit der Flaubert seine Heldin bedachte, letztlich gegen sich selbst gerichtet war - und gegen seine langjährige Geliebte Louise Colet. Louise diente vielleicht sogar als Emmas Vorbild.

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Moore, Christopher: Der Schelm von Venedig. Roman. 2014. 381 S. 495 gr. ISBN 3-442-31328-7. Kt. 8,– €*

Der Hofnarr Pocket trauert um seine geliebte Cordelia, Königin von England, die vor Kurzem einem mysteriösen Fieber erlag. Vor ihrem Tod hatte sie Pocket gebeten, nach Venedig zu reisen, um die Mächtigen der Stadt von einem Krieg abzuhalten. Pocket macht sich auf den Weg, aber als er in Venedig ankommt, muss er nicht nur erfahren, dass Cordelia in Wahrheit Opfer eines Giftanschlags wurde, er wird auch noch bei lebendigem Leib in einen Keller eingemauert. Hinter alldem stecken der Senator Brabantio und der Kaufmann Antonio, die alles tun, um ihre Kriegspläne durchzusetzen. Pocket schwört Rache – wenn er sich nur erst einmal aus seinem Verlies befreien könnte.

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Mosebach, Martin: Stilleben mit wildem Tier. Erzählungen. 1995. 174 S. 250 gr. ISBN 3-8270-0130-7. Gb. 17,– €

Die vorliegenden Erzählungen sind die Stücke eines großen Bildes. Erinnerung ist das Motiv dieser Literatur. Grotesk und phantastisch, melancholisch und witzig wird hier ohne jeden Tiefsinn die Entwicklung einer Weltsicht erzählt. Von den Träumereien des Kindes zu den Enttäuschungen des Heranwachsenden bis zu der Entdeckung einer unzerstörbaren Heiterkeit, die ihre Kraft aus der Literatur schöpft, führt der Weg dieses Bandes. Ein Italien der Phantasie, das sich dennoch aus genauer Beobachtung nährt, mischt sich mit Bildern jüngerer deutscher Vergangenheit.

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Müller, Baal: Hildebrands Nibelungenlied. 2017. 255 S., 9 Zeichn. 300 gr. ISBN 3-944064-85-2. Gb. 22,– €*

Das Nibelungenlied ist das bedeutendste und vielschichtigste literarische Werk des deutschen Mittelalters. Äußerlich ein höfisches Epos der staufischen Epoche, wurzelt es inhaltich in der Völkerwanderungszeit und weist in den tragenden Chrakteren sowie in seiner Symbolik auf den altgermanischen Mythos zurück.
Der Neuerzähler schaut gleichsam hinter das Visier des Ritterromans und sieht überall Zeugnisse eines noch fortlebenden germanischen Heidentums; dabei gelingt es ihm, das Nibelungenlied auf eine völlig neuartige, fast archetypische Weise zu erzählen – aus der Sicht des alten Hildebrand sowie eines einäugigen Schamanen, der jenem Schutz und Herberge gewährt.

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Ott, Ivan: Geraubte Kindheit. Autobiographischer Roman. 2012. 472 580 gr. ISBN 3-87336-415-8. Kt. 19,90 €

Nach Kriegsende flieht die Familie von Laibach über die Grenze nach Österreich. Die englischen Besatzer liefert sie jedoch an Jugoslawien aus, wo alle als Feinde des Volkes im KZ Teharje landen. Die Erwachsenen werden nach und nach umgebracht, der Junge kommt in ein Umerziehungslager am Berg Petricek. Dort regiert die Schwarze Witwe, der Teufel in Person. Sie wendet die brutalsten Methoden zur Erziehung der Kinder an und mißhandelt sie perfide. Mit elf Jahre gelangt der Junge in ein Kinderheim mit besseren Verhältnissen und muß nun die Vergangenheit als Staatsgeheimnis verdrängen. Als Jugoslawien zerfiel, schrieb sich Ivan Ott seine Kindheitsgeschichte von der Seele.

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Oyeyemi, Helen: Das Ikarus Mädchen. Roman. 2005. 375 S. 510 gr. ISBN 3-8270-0566-3. Lw. 22,– €

Jessamy Harrison ist ein sensibles und phantasievolles Mädchen. Als Tochter eines englischen Vaters und einer nigerianischen Mutter wächst sie zwischen zwei Kulturen auf und fühlt sich einsam und nirgends zugehörig.
Bei ihrer ersten Reise nach Nigeria lernt sie die mütterliche Großfamilie kennen und trifft in einer verlassenen Hütte TillyTilly, ein Mädchen ihres Alters. Es scheint, als ob Jessamy endlich eine Freundin gefunden hat. Aber es gibt ein Geheimnis um TillyTilly: Warum kann niemand außer Jessamy sie sehen, und ist sie tatsächlich so harmlos, wie sie wirkt?

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Persson, Leif GW: Der glückliche Lügner. Kriminalroman. Die Bäckström-Serie. 2013. 652 S. 769 gr. ISBN 3-442-75468-2. Gb. 12,– €

Evert Bäckström, irgendwo zwischen Mitte 40 und Mitte 50, klein, dick und primitiv, ist als Kommissar bei der schwedischen Polizei tätig. Die Karriere verlief reibungslos, mit exzellenten Referenzen – seine Vorgesetzten waren immer froh, wenn sie ihn möglichst schnell wieder loswerden konnten. Er ist der Mann für die schmutzigen Fälle: Mord, bewaffneter Raubüberfall und so weiter. Am wenigsten scheut er dabei, sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Als in Stockholm der bekannte Rechtsanwalt Thomas Eriksson tot in seinem Haus gefunden wird, ist Bäckström sofort zur Stelle, hatte er doch eigentlich noch ein Hühnchen mit dem Mann zu rupfen. Offenbar veräußerte Eriksson kurz zuvor eine wertvolle Kunstsammlung bei Sotheby's, darunter eine russische Spieluhr in Gestalt des Pinocchio, der bei Betrieb die diamantenbesetzte Nase ausfährt. Wer war der Auftraggeber? Und wer wollte Eriksson tot sehen?

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Pietri, Annie: Das Rubincollier. 2007. 202 S. 250 gr. ISBN 3-8270-5182-7. Gb. 7,50 €

Alix, die Spionin des Sonnenkönigs, begibt sich erneut auf eine spannende und nicht ungefährliche Mission. Paris 1681: Alix und Catherine de Maison-Dieu kämpfen weiter um die Ehre und das Erbe der Familie. Catherine entdeckt am Hals eines Schaustellers ihr Rubincollier, das drei Jahre zuvor auf mysteriöse Weise verschwunden ist - genauso wie ihr Sohn Louis-Étienne. Zur gleichen Zeit erfährt Alix von einem Mönch, dass ihr Bruder erneut in Gefangenschaft sitzt. Hinter alldem kann nur Alix Onkel, der Baron de Grenois, stecken, der keine Mittel scheut, Reichtum und Macht an sich zu reißen.

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Pietri, Annie: Die Spionin des Sonnenkönigs. 2006. 162 S. 200 gr. ISBN 3-8270-5133-9. Gb. 8,– €*

Paris im Jahr 1678. Nach dem tragischen Tod ihres Vaters, des Marquis von Maisondieu, muß die fünfzehnjährige Alix um das Vermögen der Familie kämpfen. Denn ihr Onkel, der skrupellose Baron von Grenois, scheint zu allem bereit zu sein, um das Geld in seinen Besitz zu bringen. Und er ist sehr einflußreich und genießt die Gunst des Königs.

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Poe, Edgar Allan: Phantastische Erzählungen. 2011. 784 S. 580 gr. ISBN 3-411-14552-8. Gb. 16,95 €

Diese Erzählungen begründeten den Weltruhm des Autors. Die Mischung aus Übersinnlichem und Realem, Grauen und Erotik, schwarzem Humor und kriminalistischer Logik, Dämonie und Psychologie ist einzigartig und machte ihn zum unübertroffenen Meister der phantastischen Literatur.

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Ridgway, Keith: Wolkenpferde. Roman. 2006. 91 S. 118 gr. ISBN 3-8031-2541-3. Kt. 8,90 €

Wolkenpferde handelt von einem Sturm, von Trauer, Brandstiftung und Rache. Ein Priester, ein Arzt und ein Polizist müssen in einer Gewitternacht südlich von Dublin mit einem unberechenbaren Teenager und einem Mann ohne Schuhe zurechtkommen.

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Ritter, Oliver: Ein Tag im Leben des Julius Evola. Eine Novelle. 2008. 130 S. 180 gr. ISBN 3-944064-24-0. Kt. 14,– €*

Der Autor, bekennender Evolianer, hat sich intensiv mit dem Leben Evolas auseinandergesetzt und in dieser Novelle zahlreiche kaum bekannte Details verarbeitet. Herausgekommen ist ein farbenreich geschildertes Gemälde im Stil eines Hieronymus Bosch, surrealistisch und mitreißend, das den Leser das Schicksal eines zerschmetterten Helden im letzten Akt einer antiken Tragödie miterleben läßt, der dennoch stehend sterben will.

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Ritter, Oliver: Fiume oder der Tod. Novelle. 3. Aufl. 2016. 64 S. 70 gr. ISBN 3-944064-25-9. Kt. 12,– €*

Die Novelle erzählt die abenteuerliche Geschichte der Stadt Fiume, die der legendäre Dichtersoldat Gabriele D’Annunzio am 12. September 1919 mit seiner kleinen Privatarmee besetzt.

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Ruge, Elisabeth / Ruge, Peter: Machtwechsel in Berlin. In Deutschland nicht nur über Veränderungen reden, sondern handeln – aber wie? Roman. 2017. 300 S. 350 gr. ISBN 3-87336-579-0. Kt. 16,80 €

Die Völkerwanderung aus dem Balkan, Afrika und dem Nahen Osten Richtung Europa droht das gesellschaftliche Gefüge Deutschlands ins Wanken zu bringen. Politiker beschwichtigen zwar, haben aber kaum Rezepte gegen die Flüchlingsflut. Die Regierung wirkt hilflos. In dem Buch „Macht-Wechsel in Berlin“ der ZDF- und Welt-Korrespondenten Peter und Elisabeth Ruge wird der Journalist Georg Schmitt mit der Analyse der Zustände beauftragt. Er findet einen Kreis beunruhigter Bürger in Schmalkalden, er stößt auf Muslime, die in einer Enklave in Thüringen nach den Vorschriften der Scharia leben, er begegnet Rechtsextremisten in Crawinkel und Pegida-Anführern in Dresden. Seine Suche nach einem geistigen Aufbruch führt zu den Freimaurern, in die Abgeschiedenheit von Klöstern und zur Führungsakademie nach Hamburg. Ist ein militärischer Putsch geplant?

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Saramago, José: Das Todesjahr des Ricardo Reis. 1998. 496 S. 300 gr. ISBN 3-499-22308-2. Kt. 7,80 €*

Welch überraschendes Aufeinandertreffen! Ricardo Reis, das andere Ich des berühmten Dichters Fernando Pessoa, begegnet seinem Erfinder kurz nach dessen Tod in einem Lissabonner Hotel... Der große Erzähler Jose Saramago inszeniert diese Fiktion zu einem meisterhaft ironischen Verwirrspiel über eine dunkle Epoche Portugals.

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Saramago, José: Handbuch der Malerei und Kalligraphie. Roman. 1997. 301 S. 189 gr. ISBN 3-499-22304-X. Kt. 7,50 €

Der Roman des inzwischen weltberühmten portugiesischen Erzählers ist kein "Handbuch" im eigentlichen Sinn, sondern eine originelle Meditation über den künstlerischen Prozeß, über die Probleme des Schreibens, und zugleich ist es, auf einer untergründigen Ebene, ein poetisches und politisches Bekenntnis.

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Shelley, Mary Wollstonecraft: Frankenstein oder Der moderne Prometheus. 2004. 301 S. 350 gr. ISBN 3-458-34801-8. Kt. 12,– €

Angeregt durch einen Erzählwettstreit von Geistergeschichten und durch Gespräche zwischen Percy Shelley und Lord Byron über den Sinn des Lebens, entstand der Roman. Erzählt wird von inem künstlich geschaffenen, aber beseelten Menschenwesen, das ob seiner Häßlichkeit ausgeschlossen bleibt von Liebe und Gemeinschaft. In seiner ursprünglich kindlich schuldlosen Seele entsteht so das Böse, und haßerfüllt nimmt es Rache an der Menschheit. Die Revolte gegen die Gleichgültigkeit und Unentschlossenheit seines Erschaffers gipfelt schließlich in dessen Vernichtung.

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Sigmund, G. J.: Domino-Effekt. Wege zum Krieg. 2014. 210 S. 280 gr. ISBN 3-87336-478-6. Kt. 16,90 €

Marianne kehrt nach einem längeren Aufenthalt in England nach Hause zurück. Nichtsahnend öffnet sie die Wohnungstür ihrer Eltern und findet beide blutüberströmt am Boden. Ihr Vater, Max Havelmann, Agent beim Bundesnachrichtendienst, versucht sie mit letzter Kraft zu warnen. Die Worte scheinen jedoch keinen Sinn zu ergeben. Marianne droht am Tode ihrer Eltern zu zerbrechen. Nur der zwingende Wunsch, diesen feigen Mord aufzuklären, verleiht ihr Kraft und Durchhaltevermögen. Sie wird selbst Agentin beim Bundesnachrichtendienst, um die Mörder zu entlarven. Die Suche wird zur Jagd und endet schließlich in Dallas, amTag als John F. Kennedy seinem Schicksal begegnet. Spannungsreich, wie wir es bereits vom Autor kennen, führt er uns in die Grauzone geheimdienstlicher Verstrickungen, in die Zeit des kalten Krieges und in das weltweite Netzwerk von Nazis und deren Verbündeten.

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Steinbach, Peter: Warum ist es am Rhein so schön... Roman. 2018. 143 S. 200 gr. ISBN 3-944064-94-1. Gb. 18,– €*

Ein Roman über den Bonzenfilz der DDR in den Siebzigern. Ein Karnevalslieder singender Rheinländer steigt ins Politbüro und zum Kronprinzen auf. Von westlichen Schwätzern wird er als »Hoffnungsträger« gehandelt. Seine heimliche Geliebte ist die Schwester eines dubiosen Rechtsanwaltes. Der erste Deutsche im All wird vom ZK begrüßt, flankiert von Firma Horch & Guck, Künstlern und Kirchenvertretern und dem gemeinen Jubelvolk. Dazwischen ein paar anständige Figuren, die selbstredend nichts zu bestimmen haben. Das Buch will in einer sinnentleerten politischen Welt aufklären.
Rezension

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Streck, Viktor: Auf verschlungenen Pfaden. Heimat ist ein Paradies, Bd 2. 2010. 559 S. 711 gr. ISBN 3-00-032672-3. Gb. 19,90 €

Die unglaubliche Geschichte geht weiter. Während der erste Band von Frank Uffelmanns ersten Schritten in die neue alte Heimat handelt, macht er nun mit seinen Freunden einen Ausflug ins offne Land, sie zelten und träumen am Lagerfeuer. Sie finden Kriegsgräber, erfahren von einer Mordtat nach Kriegsende und finden in einem Bauern Beistand bei der inneren Rückgewinnung der Heimat. Aber auch Frau Bammert schläft nicht. Freilich findet sie gegen Ende des Buches ihre Meisterin in Bosheit und Ignoranz.
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Streck, Viktor: Heimat ist ein Paradies. Roman. 3. Aufl. 2007. 568 S. 830 gr. ISBN 3-00-020745-7. Gb. 19,90 €

Ein 17-jähriger Junge kommt in seine historische Heimat - nach Deutschland. Kein gewöhnlicher Junge, sondern einer, der sich mit Vierzehn in schlaflosen Nächten in die atemberaubenden Höhen der Kantschen Ethik emporgelesen hat. Sapere aude! forderte der deutsche Philosoph: Wage es, zu wissen... dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Der Alte behauptete vehement, daß Lügen stets unmoralisches Verhalten sei und wollte keine Ausnahmen zulassen. Hat jemand es je versucht, je gewagt, so zu leben? Nicht einfach gestaltet sich die Begegnung mit seiner Heimat. Jeden Tag, jede Stunde fordert das Leben den Jungen heraus. So auch am Tag, an dem seine Klasse beschließt, den anstehenden Aufsatz zum Thema Mein Traum unbedingt ehrlich zu schreiben. Den Aufsatz des neuen Schülers: Mein Traum. Er ist so schön wie unerreichbar. Ich weiß ja nicht einmal, ob ich ihn mehr am hellichten Tage oder in meinen schlaflosen Nächten träume. Er ist immer da, er durchdringt mein ganzes Wesen... Ich sehe meine Heimat, meine geliebte deutsche Heimat am frühen Morgen im stillen Glück und im innigsten Frieden... In meinen Träumen habe ich Worte gefunden, um meine Welt zu erklären! Ich spreche zu den deutschen Menschen und sie verstehen mich und die Hoffnung entzündet ihre Herzen mit neuer Kraft. In meinen Träumen... So beginnt der Traum des neuen Schülers, der schon in wenigen Wochen einiges in der beschaulichen Kurstadt durcheinanderbrachte.
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Streck, Viktor: Im Schatten der Eule. Roman. 2019. 800 S. 1000 gr. ISBN 3-00-063512-2. Gb. 24,90 €*

Wer regiert die Welt? Diese uralte Frage rückte gerade in unserer Zeit wieder in den Mittelpunkt. Sind es Ideen, göttliche Vorsehung, oder folgt die Geschichte ihren eigenen Gesetzen, die niemand aufheben kann? Dunkle Gerüchte und faszinierende Mythen ranken sich um geheime Logen und okkulte Orden, die hinter dem Rücken ahnungsloser Menschen die Strippen der Weltpolitik ziehen. Ob da was dran ist?
Erst als Anna unverhofft mit Geheimnissen ihrer eigenen Familie in Berührung kommt, macht sie eine unheimliche Entdeckung, daß die Welt, die sie zu kennen glaubte, nicht die einzige ist. Darunter lagen noch andere Welten verborgen, deren zwielichtige Grenzgänger um sie herum lebten...
Genau genommen ist dieses Buch die Fortsetzung des Romans »Heimat ist ein Paradies«. Es berührt aber auch andere Themen und entwickelte sich aus diesem Grund zu einem selbständigen Werk, das auch ohne Kenntnis der Vorgeschichte gelesen werden kann.

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Szabó, Ingrid: Über den Dächern von Valetta. Roman. 2014. 172 S. 260 gr. ISBN 3-941094-18-1. Kt. 18,– €*

Ein alternder Viveur, Gelehrter und Geschäftsmann begibt sich mit seiner jüngeren Frau auf eine seltsame Reise. Zunächst ging es den beiden nur um ihre berufliche Zukunft, die sie aus der Distanz zu den immer schlechter laufenden Alltagsgeschäften überdenken wollten, aber mehr und mehr wird ihr Aufenthalt in Valetta, der mittelalterlichen Hauptstadt Maltas, zu einer Suche nach der eigenen Identität, nach den geschichtlichen und spirituellen Wurzeln. Sie entdecken die geheimnisvolle Stadt der Ordensritter, erkunden ihre Kirchen und Paläste, streifen durch winklige Gassen, suchen sich im Rausch von Drogen und Erotik zu verlieren und finden sich, nachdem sie sich in ein Verbrechen verstrickt haben …
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Toews, Miriam: Kleinstadtknatsch. Roman. 2007. 269 S. 300 gr. ISBN 3-8270-0731-3. Gb. 4,80 €

1500 Einwohner hat Algren und genau so muss es auch bleiben. Ein Einwohner weniger und Algren wäre keine Stadt mehr, ein Einwohner mehr und es wäre womöglich nicht mehr die kleinste. Denn Premierminister John Baert wird am 1. Juli, dem kanadischen Nationalfeiertag, der kleinsten Stadt Kanadas einen Besuch abstatten, und Algrens Bürgermeister Hosea Funk ersehnt insgeheim nichts so sehr wie diesen Besuch - hat seine Mutter ihm doch auf dem Sterbebett anvertraut, John Baert sei sein Vater. Wie aber soll man die Einwohnerzahl halten, wenn die Geburt von Drillingen droht, Knute und ihre Tochter Summer Feelin' in den Schoß der Familie zurückkehren, der lang verschollene Max plötzlich wiederauftaucht und Hoseas Sweetheart Lorna Garden beschließt, zu ihm nach Algren zu ziehen? Komisch und anrührend schildert Miriam Toews, wie Hosea sich mit allen Mitteln der steigenden Einwohnerzahl zu erwehren sucht (inklusive Verschiebung der Stadtgrenzen). Er rechnet, überschlägt, stellt neue Berechnungen an, und als dann der 95-jährige Leander Hamm schwer gezeichnet ins Krankenhaus eingeliefert wird, wird Hoseas Nächstenliebe auf eine harte Probe gestellt.

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Tournier, Michel: Kaspar, Melchior & Balthasar. Roman. 1983. 297 S. 385 gr. ISBN 3-455-07724-2. Gb. 24,– €

Wer waren die Heiligen Drei Könige? Wo kamen sie her? Weshalb hatten sie ihr Reich verlassen? Das Evangelium berichtet nur in einigen wenigen Zeilen darüber. Anlaß für den Romancier, die »Legenda Aurea« weiterzudichten, die Geschichte der Könige als die von Liebe, Macht und Märtyrertum in einem uns bestrickenden Roman vorzuführen.

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Tschudinowa, Jelena: Die Moschee Notre-Dame. Anno 2048. 2017. 434 S. 680 gr. ISBN 3-95621-128-6. Gb. 22,– €

Die Autorin entwirft das dunkle Bild eines Westeuropas, in dem die radikalen Strömungen des Islams die Oberhand gewonnen haben und die Scharia regiert. Paris wird zum Kristallisationspunkt, an dem sich Moderate, Arme und Ungläubige einer neuen muslimischen Elite unterworfen haben. Die Christen fliehen ein zweites Mal in ihrer zweitausendjährigen Geschichte in die Katakomben. Doch es regt sich Widerstand in allen Schichten. Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.

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Tusquets, Esther: Aller Sommer Meer. Roman. 2002. 187 S. 232 gr. ISBN 3-8031-2436-0. Kt. 9,80 €

Schon lange hat die Universitätsdozentin Ariadna das lähmende großbürgerliche Leben satt: die mondäne Mutter, die durch Indien reist, um malerische Eingeborene zu photographieren, und die vernünftige Tochter, die in einem glitzernden amerikanischen Universitätslabor Gehirnfunktionen bei Mäusen untersucht. Und vor allem den Ehemann Julio mit seinem unwiderstehlichen Lächeln und seinen ewigen Affären.
Aber ein Leben lang ist sie außerstande, irgendeine Verpflichtung nicht einzuhalten - bis ihr die Flucht gelingt: erst in die verlassene Wohnung der Großmutter, dann in das alte leere Haus auf dem Steilhang, über dem schillernden Meer. In diesem Sommer beginnt sie ein neues Leben.

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Vallgren, Carl-Johan: Schattenjunge. Thriller. 2014. 400 S. 580 gr. ISBN 3-453-26946-2. Kt. 9,50 €

In den überfüllten Gängen der Stockholmer U-Bahn versucht ein Vater, mit seinen Kindern den Zug zu erreichen. Sie sind spät dran, der Jüngste im Kinderwagen brüllt, sein siebenjähriger Bruder weigert sich, mit dem Fahrstuhl zu fahren. Er quengelt so lange, bis eine fremde Frau anbietet, ihn die Treppe mit hinaufzunehmen. Widerstrebend willigt der Vater ein. Er sieht seinen Sohn nie wieder. Viele Jahre später verschwindet auch der Bruder des Jungen unter mysteriösen Umständen. Danny Katz wird von der Frau des Verschwundenen auf den Fall angesetzt. Und er ist nicht allein. Je tiefer er in die Machenschaften eines mächtigen Familienimperiums eintaucht, umso komplexer wird der Fall.

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Vapnyar, Lara: Erinnerungen einer Muse. Roman. 2007. 253 S. 360 gr. ISBN 3-8270-0552-3. Gb. 18,– €

In Tanjas frühsten erotischen Phantasien kniet Dostojewski mit gütigem Lächeln vor ihrem Bett nieder und öffnet langsam Knopf für Knopf ihr Schlafanzugoberteil. Das Antlitz des Dichters mit der hohen Stirn ist Tanja vertrauter als irgendein anderes männliches Gesicht. Denn als Tanjas Vater die Familie sitzen ließ, verbannte ihre Mutter jedes Foto von ihm aus dem Haus und stattete die Wände mit den Porträts der großen russischen Dichter aus. Spätestens als ihr lüsterner Geschichtslehrer Tanja prophezeit, sie werde einen Mann zu großen Taten inspirieren, hat Tanja ihr Lebensziel gefunden. Sie ist zur Muse berufen! An dieser Überzeugung hält sie fest, als sie Moskau für eine glänzende Zukunft in New York verlässt. Unbeirrbar streunt sie durch die Stadt auf der Suche nach einem ihres Musenkusses würdigen Objekt. Sie findet es in Marc, einem graumelierten Erfolgsautor. Innerhalb weniger Wochen zieht die frischgebackene Muse bei ihm ein und erlernt ihr Handwerk: Marcs organischen Kaffee aufbrühen, Marcs erotischen Bedürfnissen Folge leisten, Künstlerpartys besuchen, sich ansonsten still verhalten. Hoffnungslos idealistisch versucht Tanja, die Langeweile niederzukämpfen, doch irgendwann ist ihr Englisch gut genug für den großen Moment, sich in Marcs neuestes Werk zu vertiefen.

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Vapnyar, Lara: Es sind Juden in meinem Haus. Erzählungen. 2005. 169 S. 277 gr. ISBN 3-8270-0551-5. Gb. 14,– €

Galina versteckt ihre jüdische Freundin Raja in der von den Deutschen besetzten russischen Kleinstadt. Und fortan schwankt sie zwischen Treue und der Absicht, Raja zu denunzieren - nicht aus Angst, sondern aus Neid. Sie erinnert sich an Momente mit Raja, die sie vor dem Krieg mit Eifersucht erfüllten. Der Verrat ist unvermeidbar: Es sind Juden in meinem Haus.

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Vegesack, Siegfried von: Die baltische Tragödie. Eine Romantrilogie. 2004. 520 S. 750 gr. ISBN 3-85365-207-7. Gb. 19,90 €*

Diese großartige Romantrilogie vom Schicksal der Baltendeutschen zeichnet ein faszinierendes Panorama einer versunkenen Kultur- und Gesellschaftsschicht.
Am Beginn entfaltet sich in berührenden Bildern das Leben auf einem großen Gutshof, poetisch, unverkitscht und mit wachem Auge für die soziale Wirklichkeit geschildert. Später treten die politischen und sozialen Spannungen zwischen Deutschen und Russen einerseits, der Herrenschicht und den weitgehend rechtlosen Esten und Letten andererseits immer stärker ins Blickfeld, bis Vegesack schließlich den Untergang der deutschen Kultur im Baltikum in den Wirren des Ersten Weltkriegs, der bolschewistischen Aufstände und der Freikorpskämpfe schildert.

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Vlugt, Simone van der: Was sie nicht weiß. Thriller. 2013. 304 S. 400 gr. ISBN 3-453-29151-4. Kt. 10,80 €

Bei den Ermittlungen im Mordfall David Hoogland tappt Lois Elzinga von der Kriminalpolizei in Alkmaar zunächst im Dunkeln. Diese grausame Tat wurde allem Anschein nach von einer Frau begangen, doch das Leben des Grundschullehrers ist vollkommen unauffällig. Die Künstlerin Maaike Schoolten, deren Ausstellungsprospekt bei der Leiche gefunden wurde, streitet ab, David gekannt zu haben. Der Hinweis auf eine Fotografin namens Tamara führt ins Leere, denn diese ist unauffindbar. Irgendetwas muss Lois übersehen haben. Sie ist nervös, private Probleme lenken sie ab. Ihre große Liebe ist gerade zerbrochen und Fred, ihr langjähriger Partner bei der Polizei, geht demnächst in Pension. Doch Lois bleibt hartnäckig, und bald schon findet sie heraus, dass David Täter war, lange bevor er ein Opfer wurde. Was sie nicht weiß, ist, welch doppeltes Spiel Maaike und Tamara mit ihr treiben.

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Walser, Martin: Ehen in Philippsburg. Roman. 2002. 334 S. 200 gr. ISBN 3-518-39859-8. Kt. 10,– €

Dieser Roman ist der Erstling Martin Walsers. Die Handlung spielt in den 1950er Jahren in einer fiktiven Großstadt und porträtiert satirisch die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft zur Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders.

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Weiss, Volkmar: Als Bock entführt zu den Sibyllen. Eine pornographische Dystopie. Mit Federzeichnungen von Sebastian Hennig. 2023. 151 S., 18 Abb. 240 gr. ISBN 3-95930-267-3. Gb. 22,– €*

Atlantis lebt! Seit Jahrhunderten wird uns allen verheimlicht, daß auf der Insel Sibyllen als Königinnen herrschen, die zur Fortpflanzung nur wenige Böcke brauchen, wie Tiere halten und als Drohnen durchfüttern, von Arbeiterinnen umsorgt. Diese radikal-feministische Ordnung sichert ihr Bestehen, indem sie Jahr für Jahr hochgezüchtete Töchter als jungfräuliche Leckerbissen, aber nichtsdestotrotz mit fortgeschrittener Sexualbildung, an die Eliten Europas versteigert, die im Gegenzug die Insel und ihr Geheimnis total abschirmen. Als ein früherer Olympiasieger, einst als muskelprotzender Bock auf die Insel entführt, ausgedient hat und Freigang bekommt, geschieht das Unfaßbare, und eine der Sibyllen verliebt sich in ihn. Gelingt den beiden der Ausbruch?
„Das Tausendjährige Reich Artam“ (Arnshaugk Verlag 2011) des Verfassers sah schon „Das Große Chaos“ kommen, auf das wir uns jetzt unaufhaltsam zubewegen. Mit diesem Roman deckt er ein noch dunkleres, erregendes Geheimnis auf.

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Weiss, Volkmar: Das Tausendjährige Reich Artam. Die alternative Geschichte 1941-2099. 2011. 383 S. 440 gr. ISBN 3-926370-45-9. Kt. 22,– €*

Während 2084 das Alte Europa längst im Großen Chaos zerfallen ist, behauptet sich das neue Reich im Osten im ewigen Abwehrkrieg gegen die von Ostasien unterstützten Partisanen. In Reichsburg, der Hauptstadt (dem früheren Kiew), lebt Adrian Schwarz, Obersturmbannführer des Schwarzen Korps und Mitarbeiter im Reichssippenamt, verheiratet mit Godela und ihrer Schwester Gundula, beide blond, blauäugig und fruchtbar. Doch seit Jahren hat er ein Verhältnis mit der temperamentvollen Russin Ludmila. Sollte ihre Beziehung entdeckt werden, was geschieht dann mit ihrem unehelichen Sohn German? Schickt der Führer Adrian wegen Rassenschande in die Verbannung? Oder reißen zuvor die islamischen Handschar, die keine Rassen kennen, die Macht durch einen Militärputsch an sich?
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Wilde, Oscar: Das Bildnis des Dorian Gray. Roman. 2000. 334 S. 270 gr. ISBN 3-379-01717-5. Kt. 4,80 €

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Zängerle, Alfred: Der Coup des Orakels. Roman. 2013. 488 S. 560 gr. ISBN 3-87336-448-4. Kt. 16,80 €

Was als beschauliche Urlaubsreise durch das Griechenland der 1980er Jahre beginnt, entwickelt eine unerwartete Eigendynamik und zwingt die unterschiedlichen Männertypen, den Womanizer Bert und den nachdenklichen Alf, zu gemeinsamem Handeln, denn unerwartete Abenteuer schweißen sie zusammen.
Nachdem der einstige Glanz und die Bedeutung der Orakelstätte in Delphi längst in Vergessenheit geraten sind, stellt sich für Alf und Bert die faszinierende Frage: Hat im Jahr 86 vor Christus der römische Feldherr und Machtpolitiker Sulla alle Kostbarkeiten des Orakels zugunsten der römischen Kriegskasse tatsächlich einschmelzen lassen, oder ist ihm am Ende die damalige delphische Priesterschaft zuvor gekommen und vereitelte seine schnöden Pläne?
Das Abenteuer führt die beiden Freunde abwechselnd durch die Geschichte des antiken Orakels und durch das Griechenland von Heute. Über verschlungene Handlungsebenen kommt es schließlich zu einem erstaunlichen Ende. Lassen Sie sich überraschen, was selbst bei Abwesenheit des gotischen Bauwerks jetzt alles erst recht geschieht.

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Zoellner, Marc: Der Mann, der Rudolf Diesel erschlug. Roman. 2022. 115 S. 240 gr. ISBN 3-95930-243-6. Gb. 18,– €*

Seit der Erfinder des Dieselmotors auf hoher See ums Leben kam, beschäftigt sein Tod die Gemüter. Als abwegig muß die Selbstmordthese gelten, der Mann war mit großen Schwierigkeiten fertiggeworden und stand unmittelbar vor einem glänzenden Auftrag. Gleichzeitig hatte er etliche mächtige Feinde. Zahllos die Indizien, die auf organisierte Vertuschung deuten und eine endgültige Lösung des Rätsels wohl niemals zulassen werden. Der Autor hat die kaum überschaubare Literatur zum Thema studiert, und sich schließlich für eine fiktive Gestaltung aus der Perspektive des Mörders entschieden. Eine spannende Schilderung deutschen Pioniergeists und der Machenschaften der Hochfinanz.
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Zoellner, Marc: S.O.S. Britannia. Roman. 2020. 128 S. 255 gr. ISBN 3-95930-220-7. Gb. 18,– €*

Ein junger Journalist trifft 1961 in Conakry, Westafrika, auf einen alten britischen Seemann, dessen Schiff zwanzig Jahre zuvor von deutschen Truppen versenkt wurde und dessen Mannschaft 23 Tage auf dem Atlantik um ihr Überleben kämpfte. Während der Erzählung des Alten erfährt der Journalist ganz neue Konflikte am eigenen Leib: Ein paranoides Regime mit Schauprozessen und den Hilferuf der Diktatorentochter, außer Landes gebracht zu werden. Die Dramatik des Untergangs der SS Britannia und die totalitäre Herrschaft Ahmed Sékou Tourés über Guinea wetteifern an Spannung. Immer wieder stellt sich die Frage, was wohl brutaler sein mag: Der intelligente, kaltblütig kalkulierende Mensch oder die nackte Natur, wenn der Mensch zum Spielball zu werden droht?

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